Amphibien

Spiegelbild vom Zustand der Erde?

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Vorkommen Amphibie, Bild Frosch 2007

Amphibie - ein aus dem Griechischem amphi bios abgeleitetes Wort mit der Bedeutung von "doppellebig" / "zweifach Leben". Das heißt, diese Tiere können sowohl im Süßwasser als auch an Land leben. Amphibien gelten als die ersten Wirbeltiere und besitzen im Gegensatz zu den Reptilien keine Schuppen, sondern eine feuchte, nackte und drüsenreiche Haut. Aus diesem Grund sind sie ein Leben lang an Feuchtbiotope gebunden und müssen zur Reproduktion immer ins Wasser zurückzukehren.

Diese wechselwarmen Tiere sind maßgebend von der Temperatur ihrer Umgebung abhängig, so daß die kalte Jahreszeit sie zum "Winterschlaf" zwingt. Die Amphibien Arten sind, bis auf einige Ausnahmen, eierlegend und leben als Larven mit Kiemen im Süßwasser. Später entwickelt sich erst ihre Lunge und sie können an Land leben (Metamorphose).

Arten Lurche, Bild Kaulquappe 2005

Ihre Entwicklungsgeschichte soll sich vor etwa 410 bis 360 Millionen Jahren vollzogen haben. Als die Vorfahren der heutigen Amphibien Vorkommen vermutet man die Lungenfische (Lungenfische haben sowohl Kiemen als auch lungenähnliche Organe, so daß sie Sauerstoff auch aus der Luft aufnehmen können) und die Quastenflosser. Ein wesentliches Kennzeichen der Quastenflosser als auch der Lungenfische ist das teilweise verknöcherte und mit Muskulatur versehene Skelett der Brust- und Bauchflossen.

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Damit konnten sie auch an Land leben und sich fortbewegen. Betrachtet man Ihre heutige Metarmophose, so könnte dies ein Zeitraffer in der langen Entstehungsgeschichte der Amphibien Arten sein. Einer der ältesten uns bekannten Vertreter ist Ichthyostega. Ein zusammengesetztes, aus dem Griechischen stammendes Wort mit der Ableitung Icht hys = "Fisch" und Stega = "Dach, Schädel". Sie waren die ersten Vierfüßer (Tetrapode), die zeitweise auf dem Land leben konnten. Ihre Überreste, mit einem geschätzten Alter von 380 Mio. Jahren, wurden auf Grönland gefunden und gelten als die ältesten dieser Art.

Vorkommen Amphibie heute, Frosch 2007

Zur Gruppe der heutigen Amphibien gehören die Froschlurche, die Schwanzlurche und die Blindwühlen. Weltweit spricht man von ca. 5000 - 5500 Amphibien - Arten, wovon 21 in Deutschland leben.

Einige einheimische Amphibien bzw. Lurche

Salamander
(Alpensalamander, Feuersalamander)

Molche
(Bergmolch, Kammolch, Alpen-Kammolch, Fadenmolch, Teichmolch)

Unken
(Rotbauchunke, Gelbbauchunke)

Kröten
(Geburtshelferkröte, Knoblauchkröte, Erdkröte, Kreutzkröte, Wechselkröte)

Frösche
(Laubfrosch, Moorfrosch, Grasfrosch, Springfrosch, Wasserfroschkomplex, Teichfrosch, Seefrosch, Kleiner Wasserfrosch)

Arten Schutz: naturbelassener Vorkommens- & Lebensraum für Amphibien & Lurche, Bilder 2007

Wie schon erwähnt, sind diese Tiere, aufgrund ihrer besonderen Haut und ihrer Laichgewohnheiten, ein Leben lang an Feuchtbiotope gebunden. Das Resultat ist eine vollkommene Abhängigkeit von diesem Nahrungs- & Lebensraum und führt heute zu ihrer Lebensbedrohung.

Nahrung & Schutz: Feuchtbiotop für Amphibien & Lurche (z.B. Molche) am Naturlehrpfad bei Conradswiese Lauter/Sachsen, Bild 2005

Töne einer heimischen Frosch Amphibie

Im Jahr 1989 sprachen Forscher erstmals vom "globalen Froschsterben". Die IUCN gründete 1991 eine Dokumentationsplattform mit wissenschaftlichen Daten und eventuellen Gründen des Amphibiensterbens. Seit 1996 deutet sich ein Massensterben unter allen Froscharten an.

Amphibien bzw. Lurche: Vorkommen heimischer Frosch (l) und heimischer Molch (r), Bilder 2007

So vermuten die Forscher zum Einen die sehr hohen Umweltbelastungen durch viel zu intensive Landwirtschaft, Flächenfraß bei der Gewerbebebauung, weit ausgebaute Straßennetze usw. Aber auch die hohen Ozonwerte, Naturkatastrophen (extreme Trockenheit) oder eventuell eingeschleppte Krankheiten könnten die Ursache sein.

In Deutschland wurden bereits 1980 alle Amphibien - Arten in die Bundesartenschutzverordnung aufgenommen und genießen seither besonderen Schutz. Darin ist es z.B. verboten, ihren Laich aus Gewässern zu entnehmen bzw. diese Tiere umzusiedeln. Laut "Roter Liste" (Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten) zeigt sich ein bedrohliches Bild. So soll ein Großteil aller in Deutschland lebenden Amphibien als gefährdet eingestuft werden.

Vorkommen heimische Lurche bzw. Amphibien: Bild (l) Frosch 2010, Foto (r) Molch 2008

Besonders davon betroffen ist u.a. die Gelbbauchunke. Durch ihre enge Gewässerbindung leiden diese Tiere besonders am Verschwinden der Bäche, Teiche, Pfützen und Wasserlachen. Aber auch der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln schmälert ihren Bestand.

Amphibienschutz

Wären nicht zahlreiche Naturschützer und ehrenamtliche Helfer Jahr für Jahr im Einsatz, gäbe es das eine oder andere lokale Amphibien-Vorkommen nicht mehr. Ein Beispiel für den Amphibienschutz ist das Anbringen von Amphibienwanderwegen oder Fangzäunen an Straßen. Dadurch werden die Tiere aufgehalten und freiwillige Helfer können nach Einbruch der Dämmerung diese einsammeln und sicher über die Straße bringen.

Amphibien Schutz, Foto 2008

Im August 2003 wurde die Amphibienschutzanlage an der stark befahrenen Schönerlinder Chaussee (Berlin-Buch) eingeweiht. Auf einer Länge von zweimal 675 m und mit 15 Untertunnelungen werden hier jährlich zahlreiche Amphibien vor dem sicheren Straßentod gerettet.

Aber auch Amphibienschutz durch das Anlegen und Schützen von Laichgewässern, die Reduzierung der Pflanzenschutz- und Düngemittel, eine regulierte Beweidung in Überflutungsgebieten und die Einrichtung von Schutzgebieten wie z.B. die "Sand-Achse Franken"- ein ehemaliger Truppenübungsplatz nahe Landshut - helfen, diese Arten vor dem Aussterben zu retten.

Der Schutz der Amphibien sollte nicht verachtet werden. Neben der Arterhaltung spielen sie auch im Ökosystem eine bedeutende Rolle. So regulieren sie die Insektenpopulation und das Algenwachstum und sind ein Spiegelbild für den Zustand unserer Natur.

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